Astrophytum caput-medusae
Beschreibung von Astrophytum caput-medusae
Wuchs meist einzeln, selten verzweigt.
Wurzel rübenförmige, fleischige Primärwurzel, mit strang-förmigen Seitenwurzeln und damit abweichend von den bisher bekannten Arten der Gattung Astrophytum. Die Rübenwurzel entwickelt sich bereits im Sämlingsstadium von einem halben Jahr. Sie dient als Wasserspeicher.
Spross kurz-zylindrisch, mit schlanken, bis 19 cm langen, 2-5 mm Durchmesser messenden Warzen an der Spitze. Sie sind zylindrisch, an der Basis schwach dreikantig und leicht weicher Konsistenz. Man könnte vermuten, dass durch den Turgor die mehr senkrechte oder horizontale Erscheinungsform der Warzen zur mimetischen Anpassung an die umgebenden Zweige der Begleitfora gesteuert wird.
An den Warzenbasen befindet sich ein Haarschopf der in der Natur intensiv braun gefärbt sein kann. In Kultur sind die borstigen Haare hellcremefarbig bis weiß. Sie ähneln strukturell den Borsten an den Rändern des fertilen Teils der Areolen.
Die Epidermis ist blau-grün bis kräftig hell-grasgrün, bei jungen Warzen je nach Stand auch intensiv rötlich durch Anthocyanbildung gefärbt, warzig, sie fühlt sich rau an, bis an die Basis der Warzen bedeckt mit weißen
Flöckchen aus peltaten, schuppenförmigen Trichomen. Die fast schalen- bis häutchenförmig zusammenhängenden Haare besitzen in der Mitte, wo sie in einem sehr engen, rostroten Bündel der Epidermis entspringen, eine kleine Vertiefung die an der Oberseite leicht bräunlich gefärbt ist. Ihre Schuppenform entsteht durch parallelen, fächerartigen Verbund der Haare. Sie haften sehr fest und lassen sich nur mit Kraft abreiben. Die Dicke der Einzelhaare beträgt etwa 8 Mikrometer und entspricht damit den Maßen von Astrophytum myriostigma-Haaren.
Areolen zweigeteilt mit 0-4 sehr feinen Dornen an der Warzenspitze, diese 1-3 mm lang, nicht selten angelartig rückwärts gebogen, weißlich mit brauner Spitze oder dunkelbraun bis fast schwarz. Der fertile Teil der Areole ist adaxial 18-46 mm (in Kultur 4 - 30 mm, gemessen zur Areolenmitte) von der Warzenspitze entfernt deutlich größer, elliptisch mit weißer Wolle und bringt hellgelbe
Blüten mit orangefarbigem Schlund und manche mit feinem Duft hervor. Sie haben 53 (50-65) mm Durchmesser bei 47 (55) mm Länge. Sehr ähnlich Astrophytum aber mit engerem Perikarp, das 19 mm lang und mit dunkelbraunen, lanzettlichen Schuppen sowie reichlich weißer Wolle bedeckt ist. Die Blütenröhre ist schlank, bis 11 mm lang, innen teils mit rosafarbigem Gewebe, wie auch das Perikarp. Äußere Perianthblätter umgekehrt lanzettlich, 19 mm lang, gelb mit hellem Rand und gegen die Mitte hellgrün mit einer bräunlichen Mittellinie zur Spitze sowie intensiv oranger Basis. Innere Perianthblätter bis 24 mm lang, intensiv gelb und oranger Basis, fein gesägten Rändern und aufgesetzter Spitze. Zahlreiche gelbe Staubfäden, 10-12 mm lang. Sie sind auf dem Blütenboden sehr eng zum Stempelfuß inseriert und lassen nur einen Spalt von 0,25 mm als Nektarkammer frei. Bis in eine Höhe von etwa 2 mm über dem Blütenboden besitzen die primären Staubfäden kurze Papillen, etwas weniger ausgeprägt wie bei Astrophytum asterias. Der gelbe Griffel ist 18 mm lang mit 5 (3 bis 10) geraden Narbenästen. Die Blüte erscheint auf den jüngeren Warzen, wenn sie vertrocknet abfällt hinterlässt sie eine runde Narbe von etwa 3 mm Durchmesser auf der Areole. Sie öffnet sich am Nachmittag zwischen 14.00 Uhr und 17.00 Uhr, schließt sich am ersten Tag langsam zwischen 20.00 Uhr und Mitternacht. Am zweiten Tag öffnet sie erneut wie am Vortag, schließt sich aber gegen 21.00 Uhr völlig und öffnet sich bei heißer Witterung am dritten Tag nicht mehr. Die Blühperiode erstreckt sich von Anfang April bis Ende August (LÜTHY, J.; DICHT, R. (2007 S. 154).
Frucht schlank eiförmig, 20 mm bis 50 mm lang bei 8 mm Durchmesser, fleischig grün, mit papierartigen, lanzettlichen, 1-2 mm langen und 0,5 mm breiten Schuppen bedeckt, die in ihren Axillen weiße Wolle tragen. Sie vertrocknet bei Reife und springt unregelmäßig längs auf. Die Frucht öffnet nach etwa 5-6 Wochen, längs und klappt dabei innerhalb von 2-3 Tagen völlig auseinander. Der Blütenrest kippt zur Seite wie bei Austrastrophytum. Die Fruchtwand ist bei Öffnung saftig und grün, an der Basis rosa gefärbt, sie vertrocknet erst später.
Samen etwa 3 mm groß, mützenförmig, glänzend schwarz. In der reifen Frucht hängen sie an gequollenen, weißen Samensträngen, die vermutlich der Ameisenverbreitung dienen. Die Elaiosomen trocknen innerhalb weniger Tage braun ein.
Sämlinge hellgrün, oft dunkelviolett gefleckt, mit spitzen, großen Keimblättern wie sie sonst in der Gattung Astrophytum nicht vorkommen. Ebenso ist das Hypokotyl schlanker und weniger sukkulent als bei allen anderen Arten der Gattung.
Mimese: Zweige des begleitenden Buschwerks.
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A. caput-medusae