Personen, Sammler und Sammlungen (Bilder)
Stand August 2009
copyright Heinz Hoock



Aguirre Benavides, G., geb. 1877 in Parras de la Fuente, Coahuila wo er auch einen kleinen „Botanischen Garten“ besaß, den man nach Anmeldung besuchen konnte. Er war einer der besten Kakteenkenner Coahuilas seiner Zeit, begleitete nicht nur Fric, A. V. sondern auch Glass, Ch. u.a. im Feld. Sein Bericht von bedornten Astrophytum coahuilense zwischen Parras und Viesca, weist möglicherweise auf Naturhybriden hin. Er starb 1982. Seine Astrophytum-Sammlung war dem Verfasser leider schon 1985 nicht mehr zugänglich.

Albert, R., sammelte am 1.8.1959 Astrophytum asterias nordwestlich Rio Grande City, Texas, USA für Lymon Benson.

Baum, Hugo, 1867-1950; besuchte 1925 seinen ehemaligen Schüler Viereck, H. W. in Jaumave, Mexiko. Er war Oberinspektor am Botanischen Garten Rostock.

Boke, Norman, H. Dr., Professor der Botanik an den Universitäten von Kalifornien und Oklahoma, fand 1967 auf einer Exkursion mit seinen Studenten den von Viereck, H. W. verschwiegenen Standort von Astrophytum capricorne v. niveum bei Cuatro Cienegas, Coahuila.

Brandegee, T. S. Dr., 1843-1925, Botaniker. Dr. Carl Albert Purpus sammelte für ihn Pflanzen.

CANTE, (Bild) Schutzsammlung und Herbarium bei San Miguel de Allende, Guanajuato, in der Charles Glass als Kurator für Kakteen und andere Sukkulenten tätig war.

Coulter, Thomas, geb. 1793, gest. 1843 in Genf (oder Dublin; Quelle: Sadovsky, O. 1979 S. 54). Arzt, Botaniker, Mexikoreisender, ärztlich tätig bei einer dortigen Minengesellschaft. Er sandte 1827 eine große Sammlung von Kakteen an De Candolle und entdeckte das erste Astrophytum (Echinocactus ornatus).

De Laet, auch Delaet, Frantz; 1866-1928 belgischer Kakteenhändler in Antwerpen.

Dietrich, Albert, Dr. der Philosophie, 1795-1856. Lehrer an der Gärtner-Lehranstalt zu Berlin. Botanischer Schriftsteller, mit Otto, F. dem Herausgeber der Allgemeinen Gartenzeitung in Berlin, in der die Erstbeschreibung von Astrophytum capricorne erfolgte.

Fleischer, Zdenek, tschechischer Kakteenspezialist und hervorragender Astrophytumkenner. Er kaufte nach Kriegsende 1945 die gesamte Astrophytum-Sammlung von Sadovsky, O. Bekannt wurde er auch durch die Züchtung eines rein gelb blühenden Astrophytum capricorne v. minus bekannt als Astrophytum capricorne cv. crassispinoides und seine sterile Aussaatmethode, heute noch als „Fleischer-Methode“ bekannt und angewendet.

Ehrenberg, Carl August, wurde 1801 in Delitsch bei Leipzig als Sohn eines Beamten geboren. Von 1831 bis 1840 war er in Mexiko vorwiegend als Sekretär und Buchhalter in einem englischen Bergbauunternehmen in Mineral del Monte, Hidalgo tätig. In seiner Freizeit sammelte er Pflanzen der näheren Umgebung und nach Aufgabe seiner Anstellung 1839 unternahm er größere Ausflüge nach Norden. Er unterstützte 1834 Thomas Coulter und 1836 Galeotti in ihrer Feldarbeit. Bei den Fundortangaben Hacienda de San Lazaro für Astrophytum myriostigma zitiert Schumann K. außer Galeotti auch Ehrenberg. Vielleicht ist das der Grund warum Megata, M. später Ehrenberg als Entdecker und nicht Galeotti nennt. 1840 kehrte Ehrenberg nach Deutschland zurück, wo er 1849 an Cholera verstarb.

Fibonacci, Leonardo um 1170 bis ca. 1240 war ein italienischer Kaufmann und berühmter Mathematiker. In der nach ihm benannten Zahlenreihe ist jede der folgenden Zahlen die Summe aus den beiden Zahlen davor. Sie beginnt definitionsgemäß mit 1, 1 und dann ergibt sich die Reihe mit: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21 usw. Es ist erstaunlich, dass die „Fibonacci Reihe“ auch eine Entsprechung in natürlichen, botanischen Strukturen findet. So etwa in den am häufigsten vorkommenden Rippenzahlen der Astrophyten (HOOCK, H. 1992 c; SANCHEZ-MEJORADA, H. 1964).

Galeotti, H., geb. 1814 in Versailles. Sammelte u.a. für Monville Kakteen, aber auch nach Paris, Berlin, Brüssel und Wien sandte er seine „Callicoche“ (d.h. „schöner Seestern“ = Astrophytum myriostigma). Nach der Rückkehr von seinen Reisen in Mexiko war er Direktor des Botanischen Gartens in Brüssel; gest. 1858.

Glass, Charles, Edward, (Bild 1, 2, 3)geb. 24.05.34 in New York City – gest. am 23.02.98 in San Miguel de Allende, Guanajuato, Mexiko. Als Sohn einer Künstlerfamilie besuchte er mit 16 Jahren eine private Highschool in Exeter, New Hempshire, USA, hielt sich dann in Paris auf um Französisch zu lernen. Mitte 1953 bis Mitte 1956 diente er in der US-Armee in Nürnberg als „radiooperator“. Da er sehr musikalische Eltern hatte ist es nicht verwunderlich, dass er 1957 u.a. im „Rosenkavalier“ in Santa Barbara, Kalifornien mitwirkte. Als er sich nach weiteren Sprachstudien an der Columbia Universität in Deutsch, Latein, Spanisch, Italienisch, Tagalog (Philippinisch) und Russisch 1960 in Kalifornien niederließ, wurde das seine Heimat für 31 Jahre. Als Kakteenhändler begann er 1964 für das US Cactus Journal zu schreiben, dessen Editor er später wurde. 1963 begegnete er seinem künftigen Partner Robert Foster, einer Gemeinschaft die fast 25 Jahre andauerte. Sie führten viele Sukkulenten-Expeditionen vor allem in Mexiko durch und veröffentlichten ihre Reiseergebnisse mit 27 Neu-beschreibungen sowie 26 Überarbeitungen / Neubeschreibungen für Kakteen. 1991 zog „Charlie“ wie ihn alle nannten, für immer nach Mexiko wo er als Kurator bei El Charco del Ingenio, San Miguel de Allende, Guanajuato tätig war. Selbst zur Zeit des Besuchs des Verfassers in Mexiko 1993 trat er noch sporadisch als Sänger in den Rundfunk- und Fernsehmedien von Los Angelos auf.

Gräser, Robert, 1893-1977 stammte aus einer Gärntnerfamilie in Nürnberg, war Berufsschullehrer und befasste sich nebenberuflich intensiv mit Kakteen, insbesondere auch der Gattung Astrophytum. Es gelang ihm nach jahrelanger züchterischer Kreuzungsarbeit erbkonstante dreirippige Astrophytum myriostigma zu erzeugen. Leider wurde die Sammlung nach seinem Tode aufgelöst. Unvergessen bleibt aber seine qualifizierte, umfangreiche literarische Arbeit.

Grässner, R., 1875-1942 war ein zu seiner Zeit sehr bekannter Kakteengärtner in Perleberg.

Kakteen-Haage, berühmte und bekannte Kakteensammlung und -gärtnerei in Erfurt seit Anfang des 19. Jahrhunderts:

Haage, Friedrich Adolph, 1796-1866. Gründete 1822 die Firma, seine Sammlung besuchten berühmte Personen wie Alexander von Humboldt, Johann Wolfgang von Goethe oder der Komponist Franz von Liszt.

Haage, Ferdinand (sen.), 1830-1921. Setzte die Arbeit seines Vaters unter teils schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen fort.

Haage, Ferdinand (jun.), 1859-1930. Erweiterte den Geschäftsbetrieb auch auf das Ausland.

Haage, Walther, 1899-1992. Machte sich durch seine Unterstützung für Fric, A. V. wesentlich an der Wiederentdeckung von Astrophytum asterias verdient. Er ist Autor mehrerer Publikationen u.a. verfasste er gemeinsam mit Sadovsky, O. die Monografie „Kakteen-Sterne, Die Astrophyten“.

Haage, Hans Friedrich, geb. 1942. Er konnte das in der ehemaligen DDR verstaatlichte Unternehmen 1991 wieder in Privatbesitz überführen.

Haage, Ulrich, geb. 1970. Übernimmt von seinem Vater 1996 den Betrieb.

Haseloff, Arzt und Kakteensammler in Berlin.

Heese, Emil war Kaufmann, Kakteensammler und unternahm 1895 eine Mexikoreise. Unter anderem besuchte er Mineral del Monte und das Venadostal.

Heyder, Beamter in Berlin mit einer sehr großen, berühmten Pflanzensammlung.

Karwinski (auch Karwinsky), Wilhelm, Baron von, Dr., 1779-1855 aus München stammend, sammelte auf zwei Reisen Pflanzen in Mexiko: 1827-1832 für die bayerische Regierung und 1840-1843 im Auftrag der russischen Regierung. Auf dieser zweiten Reise fand er Astrophytum asterias.

Kayser, Konrad, Dr., Neffe des berühmten „Kakteenjägers“ A. V. Fric, besaß eine erlesene Astrophytum-Sammlung.

Linke, August, Tischlermeister, ebenfalls in Berlin mit einer großen Sammlung und ein hervorragender Kakteenspezialist.

Megata, Moritane, geb. 1917 in Kyoto, Japan, gest. 1945 in Leyte auf den Philippinen. Er graduierte 1942 an der Universität Kyoto wo er auch „An Account of the Genus Astrophytum Lem.“ 1944 veröffentlichte. Im 2. Weltkrieg diente er als Leutnant in der japanischen Armee.

Möller, Arthur, Schweizer Ingenieur, war in San Pedro, Coahuila, in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts beruflich tätig. Nachkommen von ihm leben noch heute in Saltillo. Er sammelte Kakteen in großem Umfang und sandte sie an seinen Bruder in Neuhausen, Schweiz.

Möller, Heinrich, Dr., Bruder von Arthur Möller, erhielt seit 1922 Tausende von Pflanzen aus Mexiko, insbesondere Astrophyten. Von ihm wurden zuerst veröffentlicht (in heutiger Schreibweise): Astrophytum capricorne v. aureum, Astrophytum capricorne v. crassispinum, Astrophytum coahuilense, Astrophytum myriostigma v. potosinum, Astrophytum myriostigma v. quadricostatum.

Monville, M. de, war ein reicher Fabrikbesitzer in der Normandie, der durch einen Orkan 1842 sein ganzes Vermögen verlor. 1845 wurden seine großen Pflanzensammlungen aufgelöst, die auch Lemaire benutzt hatte.

Ochoterena, Isaac, 1885-1950, arbeitete lange Zeit in Lerdo, Durango u.a. als Schulinspektor. Seine vielfältigen Interessen galten auch den einheimischen Kakteen. In seinem Werk darüber wird in der mexikanischen Literatur erstmals das goldgelb bedornte Astrophytum capricorne v. aureum unter dem Namen „occidentalis“ erwähnt. Er war auch der Gründer und 17 Jahre lang Leiter des Biologischen Institutes an der UNAM in Mexiko City.

Okumura, Y., Japan, kombinierte 1933 in seiner Arbeit „Classification of Astrophytum“ in Syaboten-no-Kenkyu 4: Seiten 174-175, 195-201, 215-216 die damals noch üblichen Namen Echinocactus nach Astrophytum um. Leider ist seine damalige Arbeit nicht öffentlich zugänglich.

Poselger, Hermann, Dr., Arzt in Berlin, reiste 1849-1852 (1854?) in den südlichen Vereinigten Staaten und im nördlichen Mexiko.

Purpus, Josef Anton, 1860-1933, Oberinspektor im Botanischen Garten in Darmstadt. Er berichtete über die Sammelreisen seines älteren Bruders.

Purpus, Carl Albert, Dr., (photo) 1851-1941. Kakteensammler in Mexiko. Er unterscheidet als Erster die „grünen“ Myriostigmen aus San Luis Potosí und die „weißen“ aus Coahuila. Wie wir heute wissen ist letzteres Astrophytum coahuilense. Besonders beeindruckt war er von der Mimese der Astrophyten.

Quehl, Leopold, 1849-1922. Zur Zeit der Erstbeschreibung von Astrophytum capricorne v. minus war er Postsekretär in Halle an der Saale und ein ausgezeichneter Kakteenfachmann. Als Mitarbeiter von Prof. Karl Schumann gab er 1892 die Anregung zu einem Zusammenschluss aller Kakteenfreunde und veranlasste damit die Gründung der Deutschen Kakteen-Gesellschaft.

Reichenbach, Friedrich, Ingenieur aus Dresden, machte vor 1900 eine sehr erfolgreiche Sammelreise in Mexiko wobei er gerne die neuen Eisenbahnlinien benutzte, ähnlich wie später auch A.V. Fric. 1893 sandte er etwa 20.000 Kakteen, an den Sammler Nikolai. Viele Fundorte sind deshalb in der Nähe von früheren, heute aufgelassenen Bahnstationen.

Rost, E. C., Alhambra Kalifornien, USA. Studierte nach eigenen Angaben über 20 Jahre lang Sammlungen und Kakteen am Standort. Der Gattung Maierocactus gab er den Namen zu Ehren von Maier, Edward, Sammler in Los Angeles der ihn unterstützte.

Sadovsky, Otakar, (Bild) 10.05.1893 - 19.04.1990. Er war von Beruf Fachlehrer und Direktor der Sozialdiagnostischen Anstalt in Brünn, heute Brno, Tschechien. Er hatte schon in seiner Jugend ein breit gefächertes Interesse an Tieren und Pflanzen wie etwa Schmetterlingen, Aquaristik oder Orchideen. Zu seiner späteren intensiven Arbeit mit der Gattung Astrophytum kam er durch Zufall: die ungewöhnliche Form eines Sämlings von Astrophytum myriostigma faszinierte ihn so sehr, dass er sich ganz den Kakteen verschrieb. Sadovsky lernte A. V. Fric, persönlich kennen als dieser von seiner Mexikoreise zurückkam, auf der er das Astrophytum asterias wieder entdeckt hatte. 1924 gründete er den Kakteenverein „Astrophytum“ in Brünn. Schon bald unternahm er systematische Kreuzungsversuche mit seinen Lieblingspflanzen welche über die Kakteenexporteure Ferdinand Schmoll und Hans Viereck direkt aus Mexiko kamen. Die Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Arbeit sind in zwei Büchern und einer Reihe von Artikeln veröffentlicht. Ein Teil der frühen Kreuzungsexperimente zur Klärung der Verwandtschaftsverhältnisse in der Gattung Astrophytum war sogar Moritane Megata in Kyoto bekannt. Aber wie sich herausstellte wusste das Sadovsky nicht, ebenso wenig kannte er die zeitlich parallele Arbeit in Japan mit der abschließenden Monografie durch Megata (Briefwechsel Otakar Sadovsky-Heinz Hoock, 16.06.1988-17.02.1990). Sadovsky war bis in sein hohes Alter ein universeller Denker und nahm auch an den umwälzenden politischen Ereignissen kritisch, analytisch teil, die kurz vor seinem Tod in seiner Heimat und darüber hinaus global die Menschen beschäftigte.

Salm-Reifferscheid-Dyck, Josef, Fürst, 1773-1861 war ein hervorragender Sammler und Kenner u.a. der Sukkulenten und hat mehrere illustrierte Werke veröffentlicht. Er versuchte den Konflikt Astrophytum-Echinocactus durch die Untergliederung in „Asteroidei“ für die Astrophyten zu lösen.

Staines, Fred, Engländer, Beamter einer Minengesellschaft in San Luis Potosí. Er unternahm zahlreiche Sammelreisen in der Umgebung der Hauptstadt, sandte Pflanzen und schriftliche Aufzeichnungen an den Botanischen Garten Kew in London. So auch Astrophytum myriostigma das im Juli 1845 dort blühte.

Viereck, Hans-Wilhelm, (Bild) 1903-1946 lebte ab 1920 zunächst in Mexiko-City, dann lange Jahre als Farmer in der Nähe von Jaumave (San Vicente), Tamaulipas. Er sammelte viele Astrophyten und andere Kakteen, die er an den Botanischen Garten in Rostock, später um 1930 vorwiegend an die Fa. Kakteen-Haage sandte. Herr Baum, Garteninspektor in Rostock, hatte ihm damals die ersten Aufträge vermittelt. Viereck verdanken wir wertvolle Hinweise auf Standortbedingungen und Verbreitung der Gattung Astrophytum.

Weber, Albert C. Dr. med., 1830-1903. Er war Generalstabsarzt der französischen Armee im Feldzug gegen Mexiko 1864 bis 1867. In dieser Zeit hatte er Gelegenheit sich mit der dortigen Vegetation vertraut zu machen und wurde, wie es Karl Schumann formulierte „…zum gegenwärtig besten Kakteenkenner…“. Weber war es, der Echinocactus ornatus 1896 endlich zu Astrophytum ornatum umbenannte.

Wery, Heinz, 1915-1987. Deutscher Astrophytum-Spezialist. Er züchtete erbkonstante rein gelb blühende Astrophytum asterias und kreuzte diese mit Astrophytum capricorne cv. crassispinoides, der rein gelb blühenden Variante von Astrophytum capricorne v. minus.

Zuccarini, Joseph Gerhard, Dr., 1797-1848; sein Vater stammte aus Italien (daher der Name). Er war Professor der Botanik an der Universität in München.

Startseite / home
Gattung
Kataloge
Bilder / photos