Astrophytum myriostigma bei der Mine von San Rafael, San Luis Potosí
Historisches:
Dr. Carl Albert Purpus besuchte 1910 auf einer seiner ausgedehnten Pflanzen-Sammelreisen die damals blühende Minenstadt San Rafael. Vermutlich benutzte er die nahe gelegene Eisenbahnlinie San Luis Potosí - Tampico um von seinem Wohnsitz, der Hacienda Miredor bei Huatusco, Vera Cruz, in diese Gegend zu gelangen. Bereits früher hatte er im Norden Mexikos ähnlich wie hier abgelegene Orte aufgesucht, an denen er u.a. für Dr. Brandegee unbekannte oder seltene Pflanzen aufsammelte. An seine Ausflüge in die Umgebung der Mine erinnern noch heute Namen wie Echeveria lutea Rose, Ferocactus echidne D. C. Britton & Rose (F. rafaelensis J. A. Purpus), Mammillaria dumetorum J. A. Purpus, M. pilispina J. A. Purpus und Pachyphytum oviferum J. A. Purpus. Sein Bruder Joseph Anton berichtete 1911 in der Monatsschrift für Kakteenkunde über Astrophytum myriostigma das Carl Albert in der Nähe von San Rafael und in den Bergen der Sierra de Tablas fand. Es ist eine erstaunliche, kaum erklärbare Tatsache, dass der Fundort Minas de San Rafael nach dem Besuch von Purpus völlig in Vergessenheit geriet. Fast ein halbes Jahrhundert lang blieb der Ort verschollen und kein Botaniker oder Pflanzenliebhaber konnte ihn wieder finden.
Standort:
Auf einem äußerst dicht mit Büschen bewachsenen Hügel sind die Myriostigmen teils im lichten Unterholz der im Spätherbst laubfreien Akazien versteckt, vorwiegend stehen sie aber am Rand von Hechtien-Inseln. Sie sind im Habitus nicht von denen bei Charco Blanco, Villar, Cerritos oder der Bahnstation Las Tablas zu unterscheiden. Es sind alle Formen, Rippenzahlen und Beflockungsvarianten innerhalb dieser Population vertreten. Obwohl halbnudale und nudale Astrophytum myriostigma andernorts bevorzugt bei dichtem Bodenwuchs vorkommen, gibt es hier auch einzelne, freistehende Exemplare davon. Sie und die übrigen Pflanzen sind typisch 5 bis 7-rippig, nur wenn sie durch Tiere angefressen sind, zeigen sie vielrippige Sprosse. Bei ihrem Anblick gewinnt die Aussage von Purpus an neuer Bedeutung, dass die Myriostigmen dieser Gegend „…häufiger in mehrköpfigen Klumpen…“ wachsen. Es muss also bereits um 1910 eine intensive Weidewirtschaft in den südlichen Ausläufern der Sierra el Tablon gegeben haben.
Bilder:
Astrophytum myriostigma
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