Astrophytum myriostigma v. nudum, Morphologie
Körper unverzweigt, kugelförmig, im Alter gedrungen säulenförmig. Die Epidermis der Pflanzen ist dunkelgrün. Ungeschützte Pflanzen zeigen eine oliv bis hellgelbe, teilweise rötliche Farbe. Die verborkt dunkelbraun im unteren Teil des Pflanzenkörpers bei erwachsenen Exemplaren. Häufig finden sich rote Flecken auf der Epidermis, die aber anschließend wieder verkrusten. Der „Perfektionist“ unter den Pflanzenfreunden mag sich damit trösten, dass dies ein ganz natürlicher Vorgang ist der das Nudum kennzeichnet und der auch am Standort in Mexiko stattfindet.
Durchmesser (12)18 cm. Die Abmessungen sind altersabhängig und bewegen sich im Flächendiagramm "MY-Süd"
Höhe (15)25 cm. Die Abmessungen sind altersabhängig und bewegen sich im Flächendiagramm "MY-Süd"
Wurzel: Feine, oberflächennahe Wurzeln.
Rippen: 3(5)11, Rippenkanten scharf, manchmal auch rund (Form "Strongylogonum). Die normale Rippenzahl 5 wird im Alter der Pflanze meist bis 7 oder 9 gesteigert. Rippenzahlen über 11 deuten auf eine beginnende Cristatbildung hin.
Dornen: Nur als Sämlinge bis etwa 6 Monate Dornenrudimente. Vereinzelte Dornen an erwachsenen Pflanzen.
Flocken: Betrachtet man die einzelnen Fundorte so kann man diese in zwei Sektionen einteilen. In den sogenannten Mischgebieten wachsen beflockte, nudale und halbnudale Pflanzen auf wenigen Quadratmetern zusammen. Die Pflanzenbestände in verschiedenen Hochlagen sind dagegen einheitlicher ohne Beflockung. Alle Populationen die bisher bekannt wurden sind mehr oder weniger mischerbig. Die vereinzelten Flocken der nudalen Myriostigmen sind aber immer sehr fein und lassen sich leicht von der Epidermis abreiben. Sie hinterlassen eine kleine Vertiefung in welcher, entgegen der Behauptung in der Erstbeschreibung, keine Wollflocken mehr nachwachsen.
Areolen rund, mit cremefarben, dunkelbraunen bis rostfarbigen Haaren, später vergrauend, bis 6 mm Durchmesser. Die Areolen sind bei Jungpflanzen normal in einem variablen Abstand bis zu 25 mm angeordnet, können aber insbesondere im Alter ineinander fließen. Robert Gräser hat solche Pflanzen als "Fjordhest" nach der Mähne einer norwegischen Pferderasse bezeichnet.
Blüten aus dem Vegetationspunkt, 22(55)67 mm Durchmesser, strohgelb. Stempel mit (5)8 Narben. Stempellänge etwa 17 mm, Receptaculum etwa 12 mm hoch, Ovarium etwa 6-7 mm Durchmesser, Perianthblätter 3-4 reihig. Die Blütenblätter der äußeren Blütenröhre sind braun bis schwarz gespitzt, mit weissen, wolligen Haaren. Das Receptaculum ist mit zahlreichen zu stechenden, dunkelbraunen "Haaren" umgewandelten Blättern besetzt. Im Vergeich zu den anderen Myriostigmen fällt auf, dass die Perianthblätter eher schmal-lanzettlich sind (ca. 3 mm). Es kommen auch Blüten mit leicht rosa gefärbtem Perianth vor, nicht zu verwechseln mit der Tatsache, dass bei allen Astrophyten die Blütenfarbe mit zunehmender Blühdauer nach rosa tendiert ("Vergissmeinichteffekt"). Am ersten Tag der Blütenöffnung häufig leicht duftend.
Frucht trocken, grün, sternförmig oben öffnend, Reifezeit 22(26) Tage.
Samen an weißen, gequollenen Samensträngen die der Verbreitung durch Ameisen dienen. Samenfarbe von hell rostfarben bis tiefschwarz. Die Farbe wird mit der Reifedauer wie bei allen Astrophyten dunkler. Samenzahl pro Frucht (64)108. Ca. 2-2,5 mm groß, mützenförmig.
Sämlinge: Hypokotyl ebenfalls sukkulent aber deutlich schlanker als der Typ, eher vergleichbar mit den Myriostigmen aus Tamaulipas. Keimblätter ebenfalls gespitzer als beim Typ. Farbe rotbraun wie alle Sämlinge der Myriostigmen. In den ersten Monaten mit Dornenrudimenten.
Mimese häufig im dichten Bestand grüner Hechtien die auch als Ammenpflanzen fungieren. Wenn sich der Bodenbewuchs später verändert, stehen die nudalen Myriostigmen oft frei, ohne Mimese.
Literatur vom Autor:
Astrophytum myriostigma v. nudum
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