Signifikante morphologische Merkmale zur Evolution der Gattung Astrophytum
Stand Januar 2008

Sektion Austrastrophytum
Sektion Septentriastrophytum
und Untergattung Stigmatodactylus
Fertilität nur Pflanzen der Sektion untereinander kreuzbar nur Pflanzen der Sektion untereinander kreuzbar*
*A. caput-medusae bisher unbekannt
*A. coahuilense mit Astrophytum capricorne v. senile nur eingeschränkt (Naturhybrid!)
Geografie
Habitat Süden
Habitat Norden
Entwicklungstendenz
evolutiv älter
evolutiv jünger
Spezies A. ornatum A. myriostigma A. coahuilense A. capricorne A. caput-medusae A. asterias
Arealdisjunktion
zu A. ornatum
- gering mittel mittel bis groß groß sehr groß
Körpergröße sehr groß mittel mittel mittel klein klein
Dornen ja nein nein ja ja nein
Mimese nein Steine Steine Gräser Sträucher Umgebung
Frucht gering fleischig gering fleischig gering fleischig gering fleischig fast trocken fast trocken
Fruchtöffnung oben oben unten unten seitlich unregelmäßig
Samenzahl
gering
groß groß gering mittel
Reduktion der
Keimblätter
wenig etwas mehr sehr sehr am wenigsten am größten
Sukkulenz des
Hypokotyls
gering etwas mehr groß groß am geringsten am größten
sekundäre
Warzenbildung
nein nein nein nein ja nein
seriale Spaltung
der Areole
nein nein nein nein ja nein
Pollen-
Kümmerformen
5 % ?? 5-20 % 8-21 %
Naturhybrid!
4-16 % ? 5-15 %
Blütenschlund gelb gelb rot-orange rot-orange rot-orange rot-orange
Blühfähigkeit
spät
mittel früh? früh

Die Spezies der Gattung Astrophytum weisen in der Darstellung von links nach rechts die jeweils höher spezialisierten, höher entwickelten Merkmale auf und sind damit entwicklungsgeschichtlich jünger. Das Verbreitungsgebiet korreliert damit von Süden nach Norden. Prinzipiell ist bei allen Kakteen innerhalb der Evolution die Verkürzung der vegetativen Phase festzustellen (Körpergröße, Blühfähigkeit). Die Spezialisierung in der Mimese, der Blüte und der Dornenverlust ergänzen diese Befunde. Die Kreuzbarkeit der Arten untereinander kann zur Beurteilung nicht herangezogen werden, wie bereits an anderer Stelle ausgeführt. Inwieweit Pollenkümmerformen signifikant sind, kann bisher aus den wenigen Untersuchungen nicht entschieden werden (MEGATA, 1944).

Astrophytum caput-medusae der Untergattung Stigmatodactylus weist sehr hoch entwickelte Merkmale auf, aber auch relativ primitve (in der Tabelle rosa hinterlegt).

BUXBAUM (1950-55) schrieb in seiner Morphology of Cacti auf S. 30 "...TROLL found that seedlings of Astrophytum asterias form ribs almost immediately...". Daraus wurde später in HAAGE / SADOVSKY, dass BUXBAUM brieflich mitteilt, Astrophytum asterias bilde ohne vorher Mamillen zu besitzen sofort Rippen. Die Autoren oder BUXBAUM haben leider das Wort "almost" vergessen??

TAYLOR, N. P.; CLARK, J. Y. kommen für die geografische evolutive Entwicklungsrichtung der Gattung Ferocactus ebenfalls zur Süd > Nordverbreitung (alt > jung) wie sie offensichtlich mit Astrophytum übereinstimmt.

Literatur:
BUXBAUM, F. (1963b): Die Kakteenblüte und das "Gesetz der Verkürzung der vegetativen Phase", Kakt. and. Sukk. 14 (1): 2-5

BUXBAUM, F. (1963c): Die Kakteenblüte und das "Gesetz der Verkürzung der vegetativen Phase" (Schluß), Kakt. and. Sukk. 14 (2): 22-25

BUXBAUM, F. (1950-55): Morphology of Cacti, Abbey Garden Press, Pasadena

HAAGE, W.; SADOVSKY, O. (1957): Kakteen-Sterne, die Astrophyten, Neumann-Verlag, Radebeul

HOOCK, H. ( 1993): Ist Astrophytum coahuilense (MOELLER) KAYSER ein Naturhybrid?, Kakt. and. Sukk. 44(2): 37-44

MEGATA, M. (1944): An Account of the Genus Astrophytum LEMAIRE in: Memoirs of the College of Agriculture, No. 56, Kyoto Imperial University

TAYLOR, N. P.; CLARK, J. Y. (1983): Seed-morphology and classification in Ferocactus subg. Ferocactus, Bradleya 1/1983 p. 3-16

Gattung Astrophytum
Die Evolution der Astrophyten
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