Kultivare



Astrophytum capricorne cv. crassispinoides Fleischer, Z.
Neben den häufigen Verwechslungen von Astrophytum capricorne v. minus etwa mit Astrophytum capricorne v. senile selbst durch Fachleute sorgt der Name Astrophytum capricorne cv. crassispinoides immer wieder für Verwirrung. Es gibt von Astrophytum capricorne v. minus auch im Habitat manchmal Pflanzen, deren Blüten rein gelb sind. Ähnliche „Exoten“ finden sich auch bei Astrophytum capricorne v. niveum, Astrophytum coahuilense und Astrophytum asterias. Der tschechische Kakteengärtner Zdenek Fleischer hat von solchen Exemplaren erbkonstante Nachkommen des Minus gezüchtet und diese unglücklicherweise als Astrophytum capricorne cv. crassispinoides bezeichnet. Sie werden deshalb von Liebhabern immer wieder mit Astrophytum capricorne v. crassispinum verwechselt, das ebenfalls rein gelb blüht sich aber in allen anderen Merkmalen wesentlich unterscheidet.

Literatur:
KLESZEWSKI, K. P.; HOOCK, H. (2002);
LUX, A.; STANIK, R. (1982);
SATO, T. (1995);
SADOVSKY, O.; SCHÜTZ, B. (1979 S. 152);
WERY, H. (1978);
WERY, H. (1983 S. 104).

Dreirippige Astrophytum myriostigma
Erste Kunde über Astrophytum myriostigma mit nur drei Rippen stammt aus dem Jahr 1926. Damals wurden einige dieser in der Natur sehr seltenen Pflanzen nach Deutschland importiert. Anlässlich der Jahreshauptversammlung der Deutschen Kakteengesellschaft in Leipzig hatte man sie einem größeren Publikum vorgestellt. Später berichtet auch VIERCK, H. W. (1939) mit einem Standortfoto darüber. Bei Jaumave fand er unter vielen tausend „normaler“ Myriostigmen etwa zehn solcher Pflanzen. Es ist wenig verwunderlich, dass diese Kostbarkeit Liebhaber und Züchter dazu angeregt hat artreine Rassen zu züchten. Weltweit bekannt ist die Lebensarbeit von Robert Gräser, der viele Jahrzehnte an dieser Aufgabe arbeitete. Es gelang ihm auch erstmalig Pflanzen mit nur zwei Rippen zu züchten. Später haben insbesondere japanische Gärtner den Formenschwarm um diese Myriostigmen noch erheblich erweitert. Darunter befinden sich sehr ästhetische Exemplare, aber auch viele chlorophyllgeschädigte Hybriden mit zweifelhaftem Wert.

Literatur und Bilder:
Anonym (1962); BORGER, H. (1998);
GRÄSER, R. (1957, 1963, 1964, 1967, 1968 c, 1971, 1973, 1974);
HIRAO, H. (1979);
HLADIK, J. (1982);
KLAUS, W. (1978, 1978 b);
METZING, D. (2006, Titelblatt);
ROEDER, W. (1936);
SADOVSKY, O. (1968);
SATO, T. (1994);
STANIK, R.; LUX, A. (1980).

Japanische Kultivare

Astrophytum myriostigma cv. Onzuka
Zur Herkunft und der Entstehung des Kultivars Astrophytum myriostigma cv. Onzuka (Onzuka Rampo) auszugsweise aus einer Veröffentlichung durch KOBAYASHI, A. (1996 S. 248-249):
Übersetzung aus dem Englischen durch den Webmaster:
„A. myriostigma In Japan bezeichnet man Astrophytum myriostigma nur mit seinem populären Namen, rampo-gyoku, oder kürzer, nur rampo. Es gibt einige ganz besondere Kultivare dieser Art, die in Japan gezüchtet wurden.
Onzuka Rampo
Der berühmteste dieser Kultivare entstand als Nebenprodukt von 3-rippigen A. myriostigma, einer Pflanze die von allen Kakteen Enthusiasten ganz besonders geschätzt wird. Bei Geschlechtsreife wird die dreirippige Form normalerweise vier- oder fünfrippig (die typische Form). T. Onzuka arbeitete daran den dreirippigen Charakter zu stabilisieren. 1979 schrieb er: ´Ich kaufte eine 4-rippige Pflanze („A“) von S. Yoshinaga, einem berühmten Züchter von A. myriostigma. „A“ war in der Jugend dreirippig; durch Kreuzung mit einer weiteren dreirippigen Pflanze A. myriostigma („B“), die später die Rippenzahl erhöhte, erhielt ich etwa einhundert Samen. Unter den Sämlingen befand sich ein Klon („C“) mit großen Flocken und 1976 kreuzte ich C mit A und ebenso mit einem getrennten Klon mit großen Flocken. Von den hunderten von („Samen“) Sämlingen die daraus resultierten hatten ungefähr 5% große Flocken.´ Diese Rasse wird Onzuka Rampo nach seinem Züchter benannt. Sato1 stellte verschiedene Formen von Onzuka Rampo fest: (1) mit dichten, großen, weißen Flocken, (2) mit spärlichen, großen, weißen Flocken, (3) mit Flocken, die horizontale Streifen bilden, und (4) mit weichen Flocken. Obwohl Onzuka das nicht erwähnte, vermuten viele Liebhaber, dass Onzuka Rampo Gene von A. myriostigma var. tulensis besitzt; im Alter entwickelt es säulenförmigen Wuchs...“

Literatur mit Abbildungen:
SATO, T. (1980): A variety of A. myriostigma. Cact. Succ. J. Japan 2(1): 22-37.
ONZUKA, T. (1979); SATO, T. (1994).

Astrophytum asterias cv. Super Kabuto, „Miracle Kabuto”, „Mirakuru”
Zur Herkunft und der Entstehung des Kultivars Super Kabuto / Miracle Kabuto auszugsweise aus einer Veröffentlichung durch KOBAYASHI, A. (1996 S. 246-48):
Übersetzung aus dem Englischen durch den Webmaster:
„In Japan ist gut bekannt, dass die Pflanze Super Kabuto als natürliche Mutation am Standort entstanden ist. Ich möchte hier kurz ihre Geschichten wiedergeben:
Super Kabuto
T. Sato (1986, 1993) berichtet, dass M. Takeo die Elternpflanze des Super Kabuto 1981 in einer U.S. Gärtnerei fand, wo sie aus Vernachlässigung gelb gefärbt war. Trotzdem waren die großen weißen Flocken beachtlich. Durch die Pflege von Takeo wurzelte die Pflanze neu und blühte das nächste Jahr. Ungefähr 30% der ersten hundert Sämlinge hatten ähnliche Flocken. Sato kaufte die Elternpflanze und alle Sämlinge und gab ihnen den Namen Super Kabuto. Er bot sie im April 1983 zum ersten Mal in seinem Gärtnereikatalog zum Verkauf an. Bedauerlicherweise starb die Originalpflanze (Figur 1), aber viele Nachkömmlinge überlebten. M. Takeo erzeugte viele Kreuzungen mit A. asterias. Einige dieser Rassen besaßen ausgeprägte Merkmale und wurden Super Snow White (Super- Schneewittchen) und Zebra (oder Tiger) genannt. Die Snow White Rasse hatte sehr dichte Flocken die den gesamten Körper bedeckten, während Zebra bandförmige Flockenfelder formte. A. Shimizu (1994) stellte fest, dass die zwei Rassen von einer Kreuzung dicht beflockter A. asterias stammten. Bei den frühen Kreuzungen waren einige der Ausgangspflanzen bereits hybridisiert und deshalb gab es oft bedornte Klone. Selbstverständlich ist Super Kabuto durch seine großen weißen Flocken erkennbar, aber die folgenden Unterschiede sollten auch beachtet werden (Sato, 1986, 1993; Shimizu, 1994):
1. Sein genetischer Einfluss auf die nachfolgenden Hybriden ist groß, obwohl T. Sato (1993) Zwischenformen erzeugte und auch einige typische A. asterias Formen häufig in der F2 und späteren Generationen auftauchten. Ich glaube, dass man Super Kabuto als Rasse einstufen sollte.
2. Die Flocken sind weich.
3. Die Epidermis ist härter als in der normalen Form von A. asterias und bricht leicht.
4. Der Körper ist klein, der Durchmesser der Elternpflanze hat nur 8 cm.
5. Die Areolen sind klein. Die Züchter von Kabuto versuchen größere Körper und Areolen zu erhalten, ohne Risse in der Epidermis, aber das ist sehr schwer zu erreichen.
Miracle Kabuto
1980 wurde ebenfalls die Elternpflanze von Miracle Kabuto durch M. Takeo eingeführt, der sie unter einer großen Zahl von feldgesammelten A. asterias in einer U.S. Gärtnerei fand. Sie wurde durch T. Sato als Miracle Kabuto benannt. Es ist allseits bekannt, dass die Originalpflanze für drei Millionen Yen verkauft wurde! Ich freue mich berichten zu können, dass die Pflanze noch lebt (Figur 3, 4). Die Unterschiede zum Super Kabuto sind folgende:
1. Der Körper ist groß, an die 19 cm dick und 16 cm hoch.
2. Die weißen Flocken sind nicht weich.
3. Die Reproduktion aus Samen ist sehr schwierig.
Die Flocken in der Nähe der Basis der Originalpflanze sind klein, so wie beim normalen A. asterias. T. Sato (1986) dachte, dass die Charakteristik von Miracle Kabuto nur bei großen, erwachsenen Pflanzen erscheinen würde. Das Foto in Cacti von C. Innes und C. Glass (1991) ist von einem Super Kabuto, nicht Miracle Kabuto. Nachdem das Foto mit „Mirakuru Kabuto“ („mirakuru“ bedeutet miracle = Wunder) bezeichnet ist, muss es von einem Japaner stammen, der die beiden vermutlich verwechselt hat. Gegenwärtig ist kein Miracle Sämling erhältlich, selbst in Japan. Es gibt eine weitere Rasse von Miracle Kabuto in Japan. Das schönste Exemplar schmückte die Umschlagseite von Kabuto, veröffentlicht von der Kabutophile Society of Japan (Figur 6). Dieser Klon wird der Miracle Kabuto F2 Generation zugerechnet. Seine korrekte Herkunft ist ungewiss. Seine Flocken unterscheiden sich vom typischen Miracle Kabuto dadurch, dass sie denen von Super Kabuto ziemlich ähnlich sind. Einige Gärtner fordern, dass diese zweite Rasse nicht dem echten Miracle Kabuto zuzurechnen ist und deshalb der Name nicht dafür verwendet werden sollte. Trotzdem entschieden die Kabutophilen den Namen Miracle Kabuto F2 zu verwenden, bis der Originalklon verfügbar ist. Wenn dieser keine Gene des Originalklons enthält, dann sind es einfach großartige Sämlinge von A. asterias...“

Weitere Literatur und Abbildungen:
ANDERSON, M. (1997);
BENADOM, D. (1998);
SATO, T. (1973, 1978 b, 1995, 1998, 1998 b, 1999, 1999 b).

Gattung Astrophytum
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