Beschreibungen von / descriptions of Astrophytum coahuilense (Möller) Kayser


Erstbeschreibung / first description Echinocactus myriostigma subsp. coahuilensis (Astrophytum coahuilense) MÖLLER, H. (1927): Beobachtungen an Astrophyten Zeitschrift f. Sukkulentenkunde 3 (3): 54

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"...Im Jahr 1922 erhielt ich von meinem Bruder in San Pedro im Staat Coahuila die ersten Importe von Echinocactus myriostigma. Sofort viel mir auf, dass diese Pflanzen von den meinigen sehr verschieden waren. Diese Exemplare, die auf den Bergen von Coahuila wachsen, sind weisslichgrau. Der Körper ist sehr dicht mit Wollflöckchen besetzt, so dass man von der grünen Farbe der Pflanzen nur wenig zu Gesicht bekommt. Meine Überraschung war gross, als die ersten Blüten erschienen; sie wurde noch gesteigert, als ich die Früchte zu sehen bekam, und aus den Samen noch im gleichen Jahre Keimlinge erhielt. Die Blüte ist gross, stark schwefelgelb, seidenglänzend; am Grunde ist sie feurig scharlachrot, darüber orangegelb, hat also einen wunderschönen Augenfleck. Die Frucht ist gross, rundlich, fleischig, purpurrot und enthält sehr viele Samenkörner. Bei der Reife springt sie nicht am Scheitel auf, wie bei den oben genannten Abarten, sondern sie reisst am Grunde mit breitem Spalt, ja oft zirkulär auf. Die Keimlinge sind stets bei starker und schwacher Belichtung nicht rotbraun, sondern hellgrün. In der frühen Jugend haben die Pflänzchen immer gelbliche Stächelchen und unterscheiden sich deutlich, schon in den ersten Monaten ihres Lebens von den Sämlingen der Vorkriegspflanzen durch die sehr zahlreichen, dichtgedrängten Wollflöckchen.

Meine Vorkriegspflanzen halte ich für die grünliche Form des E. myriostigma, der in der Gegend von San Luis Potosi vorkommt. Dieselbe unterscheidet sich wesentlich von der grauweissen Form aus den Bergen von Coahuila...
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2. Echinocactus myriostigma subspecies coahuilensis mit grossen, stark schwefelgelben Blüten, die einen wunderschönen orange bis scharlachroten Augenfleck haben; ferner mit einer grossen, fleischigen, samenreichen und am Grunde bei der Reife breit aufreissenden Frucht und hellgrünen Keimlingen, die schon im ersten Jahre zur jungen fünfrippigen Pflanze sich entwickeln..."


Erstnennung / forst mention Echinocactus myriostigma (Astrophytum coahuilense) Anonym (1903): Die Reisen des Sammlers C.A. PURPUS in Mexiko im Jahre 1903 Die Gartenwelt VIII (32): 380

[380]
"...Von hier ging es nach dem Staate Coahuila...Gefunden wurde...E. myriostigma..."


Umkombination / recombination Astrophytum koahuilensis (Astrophytum coahuilense) KAYSER, K. (1932): Astrophytum myriostigma subspecies Tulense, Der Kakteenfreund 1 (6): 58

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"...Schwierig erscheint mir die Unterbringung der subspecies koahuilense. Diese weicht in Form, Beflockung, Blüte, Frucht, Keimling von den übrigen Formen dermaßen ab, ihre Hybridisierung mit den rein gelbschlundigen Astrophyten - also auch den beiden anderen Myriostigma-Unterarten (Anm.: gemeint sind die subsp. Potosinum und Tamaulipense) - gelingt nach Möller nie, nach meinen Beobachtungen schwierig, daß ich der Überzeugung bin, wir haben es hier nicht mit einer Myriostigma-Unterart, sondern mit einer Astrophytumart zu tun, die nur die Fünfrippig- und Stachellosigkeit mit myriostigma gemein hat. Ihre Beflockung ist sehr dicht, die Pflanze gleicht einem schimmeligen Stein. Der Farbeindruck ist weißgrau. Mehrrippigkeit gehört zu den allergrößten Seltenheiten, mir ist nur ein einziges sechsrippiges Exemplar bekannt geworden, obgleich ich eifrig in großen Beständen gesucht habe...
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...Mit der Kultur des Astrophytum koahuilense, wie es nach meiner Ansicht am richtigsten zu benennen wäre, sollten sich nur erfahrene Pfleger befassen, die über geeignete Kulturräume mit Oberlicht verfügen. Es verlangt von allen Astrophyten im Sommer den hellsten, heißesten, im Winter den kühlsten, trockensten Standort. Dann macht auch dieses Astrophytum Wurzeln und erfreut den Pfleger durch seine monumentale Form und seine herrlichen rotschlundigen Blüten..."

Anmerkung des Webmasters:
Der Name Astrophytum coahuilense wird erstmals in der korrekten Schreibweise von Backeberg verwendet (BACKEBERG, C. (1937): Astrophytum LEM. (1839), Blätter f. Kakteenforschung Jg. 1937-2). Er bezeichnet sich dort selbst als Autor: "Astrophytum coahuilense (Möll.) Backbg.". Später übernimmt MEGATA kommentarlos diese Bezeichnung (MEGATA, M. (1944): An Account of the Genus Astrophytum LEMAIRE in: Memoirs of the College of Agriculture, No. 56: Seite / page 45 "Astrophytum coahuilense (Möller) Kayser") zitiert aber als Autor Backeberg nicht. Dieser wiederum übernimmt die Nomenklatur von MEGATA dann in seinem Werk "Die Cactaceae", 1960: Seite 2668.
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Remark of the webmaster:
The name Astrophytum coahuilense is used for the first time in the correct notation by Backeberg ((BACKEBERG, C. (1937): Astrophytum LEM. (1839), Blätter f. Kakteenforschung Jg. 1937-2). He describes himself as an author there: "Astrophytum coahuilense (Möll.) Backbg.". Later, MEGATA takes this name without comment (MEGATA, M. (1944): An Account of the Genus Astrophytum LEMAIRE in: Memoirs of the College of Agriculture, No. 56: Seite / page 45 "Astrophytum coahuilense (Möller) Kayser") however doesn't quote Backeberg as an author. This then takes the nomenclature of MEGATA in his work "Die Cactaceae", 1960: page 2668.


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