Astrophytum capricorne v. minus (Runge & Quehl) Okumura Einführung
Nach der Erstbeschreibung von Astrophytum capricorne (A. Dietrich) Britton et Rose (1851) vergingen knapp 40 Jahre bis der damals bekannte Kakteensammler C. Runge eine neue kleinwüchsige Varietät der Art in der Nähe von Saltillo, Coahuila, Mexiko entdeckte und Pflanzen an die Kakteenfirma Haage nach Europa sandte. Von dort gelangten sie wenig später zu Leopold Quehl, der die Beschreibung ohne Hinterlegung eines Herbarstücks veröffentlichte (Quehl,1892). Dieser ist eine Federzeichnung beigefügt, die einige der damals bekannten wesentlichen Merkmale der neuen Pflanzen zeigt: einen zwergigen Wuchs im Vergleich zum Typ und dünne verquirlte Dornen am gesamten Körper. Dams (1903) erhielt von C.A. Purpus und später auch H. Möller (1925) von seinem Bruder Importpflanzen dieser Neuheit. Sie galten dann aber bis 1971 als verschollen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die spärliche Beschreibung von Quehl durch verschiedene Autoren „erfinderisch“ ergänzt oder geändert wurde. Backeberg (1960) musste sich bei seinem Werk „Die Cactaceae“ letztlich auf ältere literarische Stellen ohne Pflanzenmaterial beziehen. Das mag die Ursache sein, dass er irrtümlich das Foto eines normalen Astrophytum capricorne als Astrophytum capricorne v. minor vorstellt. Wir verdanken es dem Astrophytum-Kenner Klaus (1971) aus Wien, dass der vermutliche Runge-Standort wieder entdeckt wurde.
1892 Erstbeschreibung von Echinocactus capricornis v. minor (Astrophytum capricorne v. minus) RUNGE, C.; QUEHL, L. (1892): Echinocactus capricornis DIETR. var. minor RUNGE Monatsschrift f. Kakteenkunde 2 (6): 82
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Astrophytum capricorne v. minus
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