Astrophytum capricorne v. minus (Runge & Quehl) Okumura Standort
Bei Betrachtung der verschiedenen Habitate von Astrophytum capricorne v. minus ist an erster Stelle das Gebiet westlich von Saltillo zwischen General Cepeda und La Rosa zu nennen. Entlang dieser Nord-Süd-Achse erheben sich kleine Hügelformationen in Ost-West-Richtung aus der Ebene. Die Höhe dieser Steinhügel beträgt maximal 10 Meter. Oftmals ist ein eigentlicher Hügel nur schwer zu entdecken. Als Gestein ist brauner, bis hin zu fast schwarzem Kalkstein in einzelnen Bruchstücken oder kleinen Felsrinnen vorhanden. Dazwischen hat sich feines helles Sedimentgestein abgelagert. Hier ist Astrophytum capricorne v. minus beheimatet. Die Pflanzen wachsen direkt auf den Hügeln oder auch bis in die Ebene. Teilweise unter den Büschen oder direkt zwischen den Kalksteinen sind Exemplare zu entdecken. Das Habitat liegt 1.426 Meter über dem Meer und es weht ein stetiger Wind. Interessant ist die Tatsache, die auch Klaus schon erwähnte, dass das „Minus“ nur auf der Nordseite anzutreffen ist. Hier sind die Pflanzen zusammen mit Thelocactus bicolor (Galeotti) Britton & Rose, Echinocereus stramineus (Engelmann) Ruempler, Echinocactus horizonthalonius Lemaire, Epithelantha micromeris (Engelmann) Weber, Mammillaria spec. und Opuntia spec. vergesellschaftet. Als weitere Begleitflora ist der Kreosotbusch Larrea tridentata (De Candolle) Coville, Agave lechuguilla Torrey sowie Hechtia spec. zu nennen. Der Habitus der gefundenen Pflanzen macht dem Namen „Minus“ alle Ehre. Die Körper sind klein und erreichen eine Höhe zwischen 10 und 12 cm bei einem Durchmesser von max. 6 cm.
Ein weiteres Habitat liegt nordwestlich von La Rosa, jedoch ohne die bekannten flachen Hügelformationen. Die einzige Erhebung bildet ein Tafelberg an dessen Fuß und näherer Umgebung bis in die angrenzende Sierra de Paila sich Astrophytum capricorne v. minus Populationen befinden. Brauner Kalkstein mit feinen Ablagerungen ist auch hier vorherrschend. Bedingt durch Erosion des Tafelberges kann man auch von Geröllhalden bzw. Schotter sprechen. Die hier wachsenden Pflanzen stehen nach Süden ausgerichtet teilweise ohne Schutz direkt in dunklem Gestein, welches sich durch die Sonneneinstrahlung sehr stark aufheizt. Die Höhe beträgt 1.230 Meter über dem Meer. Die gefundenen Astrophyten wirken in ihrem Habitus etwas größer und in der Körperbasis breiter, wobei die Bedornung dicht um den Körper steht und im Neutrieb rötlich bis hin zu gelb ist. Die Beflockung kann als fein bezeichnet werden. Bleibt zu bemerken, dass eventuell durch Steinschlag und somit verbundene Verletzungen Exemplare mit mehreren Köpfen vorkommen. Zu den bereits bei La Rosa genannten Begleitpflanzen ist Mammillaria pottsii Scheer hinzugekommen.
Der wohl nördlichste Wuchsort von Astrophytum capricorne v. minus liegt im Gebiet der Sierra de la Gavia. Hier findet man schon Übergangsformen zu Astrophytum capricorne und es fällt schwer sie entsprechend einzuordnen. Die hier ansässigen Pflanzen werden im Gegensatz zum Standort La Rosa deutlich größer. Die stattliche Körperhöhe von bis zu 35 cm kann hier angetroffen werden, aber auch kleine „Minus“ Kugeln zwischen Grasbüscheln und Hechtien oder in den Felsen wachsend. Ökologisch erinnert dieser Standort sehr stark an das Gebiet zwischen General Cepeda und La Rosa: ein Landschaftsbild mit kleinen Hügeln aus braunem Kalkstein mit Lehm- und Kalkmergel-Ausschwemmungen. Die Höhe über dem Meer beträgt hier 1.015 Meter. Zu den Begleitpflanzen gesellt sich nun Hamatocactus hamatacanthus (Muehlenpfordt) Knuth sowie vereinzelt Lophophora williamsii (Lemaire ex Salm Dyck) Coulter.
1892 Erstbeschreibung von Echinocactus capricornis v. minor (Astrophytum capricorne v. minus) RUNGE, C.; QUEHL, L. (1892): Echinocactus capricornis DIETR. var. minor RUNGE Monatsschrift f. Kakteenkunde 2 (6): 82
Standortbilder:
Mimese
La Rosa 1
La Rosa 2
General Cepeda
Dulces Nombres
Bilder zur Morphologie von A. capricorne v. minus (1)
Bilder zur Morphologie von A. capricorne v. minus (2)
Bilder zur Blüte von A. capricorne v. minus
Bilder zu Frucht und Samen von A. caprricorne v. minus
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