Astrophytum asterias in Texas, USA


Die texanischen Asterias sind 8-rippig, flach im Boden eingebettet, durch die sengende Sonne meist rotbraun eingefärbt aber bei einer Feldbegehung im Mai durchwegs gut im Saft. Feine Flocken, bogenförmig oder verstreut über den Pflanzenkörper verteilt, bieten ihnen keinen ausreichenden Sonnenschutz. Diese Funktion übernehmen teilweise das Gras und der Trockenbusch. Trotz intensiver Suche ist kein Exemplar mit scharfen Rippenkanten zu finden, wie das in der Literatur für dieses Asterias immer wieder behauptet wird. Offene Blüten sind nicht zu sehen, aber begleitende Botaniker der texanischen Naturschutzbehörde schildern sie wie bekannt: gelb mit orange bis rotem Schlund, Durchmesser bis 5 cm. Es sind bereits reife Früchte vorhanden und die kleinen rotbraunen bis schwarzen Samen liegen bis zu 20 cm um die Pflanzen herum verstreut. An einer frischen Frucht machen sich Ameisen zu schaffen.

Es sind alle Pflanzengrößen von 2 bis 10 cm Durchmesser zu finden, wobei mittlere Exemplare mit 4-6 cm überwiegen. Oft sind Gruppen von 5- 10 Stück auf wenigen Quadratmetern zu sehen, dann bestehen wieder Lücken von 10-20 m zwischen den Individuen. Vier besonders schöne und große „Star Cactus“ sind ganz frisch in der Mitte angefressen. Vermutlich hält der einheimische Feldhase wenig von dem Gerücht, Astrophytum asterias schütze sich vor Fraß durch einen widrigen Geschmack und verzehrt die wertvollen Astrophyten als Gemüse. An anderer Stelle stehen ähnlich beschädigte Pflanzen, die aus der Zentralachse durch Kindelbildung bereits wieder regenerieren. Alle neuen Sprosse sind 8-rippig und tiefgrün.

Der Jackrabbit stellt für die Existenz der Kakteen vermutlich die geringste der natürlichen Gefahren dar. Problematisch ist vor allem die Änderung der Lebensbedingungen für die Pflanzengemeinschaft unter dem Einfluss der umgebenden Kulturlandschaft. Man hat in der texanischen Weidewirtschaft das nicht einheimische Büffelgras eingeführt, das sich auch am Standort des „Star Cactus“ unkontrolliert verbreitet. Es sieht zwar im Frühjahr in Blüte wunderschön aus, aber mit seiner Wuchshöhe um die 20-30 cm ist es eine ernste Bedrohung, da es die flachen Asterias überwuchert und zu sehr beschattet. Die Kühe des Landeigentümers haben freien Zugang hierher. Obwohl sie sicherlich viele Kakteen zertreten, halten sie trotzdem das labile Lebensgleichgewicht von Astrophytum asterias aufrecht indem sie das Büffelgras abweiden. Auch der umgebende, Schatten spendende Trockenbusch wurde durch Ansiedlung von größer wachsenden Bäumen in seiner früheren natürlichen Zusammensetzung verändert. Inwieweit die Wandlung der Ökologie zu einer weiteren Reduzierung des Pflanzenbestandes führen wird kann noch nicht endgültig abgeschätzt werden, da es intensive Populationsbeobachtungen noch nicht lange genug gibt.

Bei schwülen Temperaturen um 35 Grad reflektiert die Hitze an den bis faustgroßen Steinen, die verstreut herumliegen, teils auch dicht den Boden bedecken. Sie sind braun bis rostrot und so heiß, dass man sich die Finger daran verbrennt. Die Hitze hat aber auch einen Vorteil. Die hier lebende Klapperschlange und ihre Verwandten bevorzugen bei diesen unangenehmen Umweltbedingungen den Mittagsschlaf in kühlen Erdlöchern. Das sanft gewellte Gelände ist von vorwiegend sandig-lehmiger Beschaffenheit mit wenig Humusanteilen und erreicht kaum Höhenunterschiede von 10 Meter. Eigenartigerweise ist ein großer Teil der Astrophyten auf den oberen Bereichen und nicht in den Senken angesiedelt.

Sukkulente Begleitflora
Coryphantha macromeris v. ruyonii, Echinocereus poselgeri (Wilcoxia poselgeri), Echinocereus reichenbachii v. fitchii (Hedgehog Cactus), Mammillaria heyderi (Nipple cactus), Opuntia leptocaulis (Tasajillo), Opuntia lindheimeri (Lindheimer prickly-pear), Homalocephala texensis (Echinocactus texensis), Thelocactus bicolor (Glory of Texas) und Thelocactus setispinus.

Trockenbusch und übrige Pflanzengemeinschaft
Acacia rigidula (Blackbrush), Aristida sp., Bouteloua trifida, Bumelia celastrina (Coma), Castela texana (Amargosa), Cenchrus ciliaris, Ephedra antisyphilitica (popote), Isocoma drummondii (Goldenweed), Karwinskia humboldtiana (Coyotillo), Koberlinia spinosa (Allthorn), Monanthochloe littoralis (Shoregrass), Prosopis glandulosa (Mezquite), Varilla texana (Saladillo) sowie Ziziphus obtusifolia (Lotebush).

Bilder:
Serie 1
Begleitvegetation

Astrophytum asterias
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