Astrophytum asterias, Einführung



Astrophytum asterias gilt als eine der schönsten Kakteenarten überhaupt. Es ist sehr begehrt in den Sammlungen, aber immer selten. Der Grund dafür liegt wohl unter anderem in der anspruchsvollen Pflege, die für diese prächtigen Pflanzen erforderlich ist. Sie wurden bereits 1842 von Baron Karwinsky in Tamaulipas entdeckt, sind aber bald wieder aus den europäischen Sammlungen verschwunden. Octavio Solis hat sie 1919 an neuen Plätzen (Barretillas, NL; Ciudad Guerrereo, Tam.) und Fric 1923 in der Tierra Caliente (KARWINSKY's Ursprungsort) wiedergefunden.

Die Art ist offensichtlich die höchstentwickelte innerhalb der Gattung Astrophytum. Dafür sprechen mehrere Gründe:
1. extremer Kleinwuchs
2. Dornenverlust
3. perfekte mimetische Anpassung an die Umgebung
4. längste Wanderwege vom Astrophytum Ausgangspunkt Hidalgo, Mexiko bis Texas, USA während der Eiszeiten
5. schnelle Blühfähigkeit (Verkürzung der vegetativen Phase)

Die Erscheinungsformen von Astrophytum asterias sind nicht sehr variabel. Meist besitzen sie acht Rippen, selten weniger und fast nie mehr. Ihre Flocken können in einzelnen Fällen völlig fehlen, meist sind sie aber locker, fein, auch bogenförmig über den dunkelgrünen Körper verstreut. Die japanischen Züchtungen "Super Kabuto" stammen angeblich aus texanischem Standortmaterial (eine Pflanze). Sie sind durch gärtnerische Selektion zur Reinerbigkeit gebracht worden. Dies erinnert an die Arbeiten von GRÄSER (1) mit dem Ziel minderrippige Myriostigmen zu gewinnen. Die gelben Blüten von Astrophytum asterias besitzen in der Regel einen roten bis orangefarbigen Schlund, reingelbe Blüten fehlen jedoch nicht. Auch völlig rosafarbige Blüten wurden beschrieben (FRIC (5)).

In ihrer Heimat ziehen sich die Pflanzen während der Trockenzeit fast völlig unter der Erdoberfläche zurück. Aber auch in der Wachstumszeit sind sie beinahe bodengleich und damit vor ihren Fressfeinden unsichtbar. Halluzinogene wurden trotz mehrfacher anderslautender Behauptungen in der Pflanze bisher nicht gefunden. Die Bezeichnung "Peyote" durch die Einheimischen kommt vermutlich durch die äußerliche Ähnlichkeit mit Lophophora williamsii, eine nähere botanische Verwandtschaft besteht aber nicht.

Astrophytum asterias ist selbststeril und problemlos kreuzbar mit den anderen rotschlundig blühenden Arten A. capricorne und A. coahuilense. Es ist kaum kreuzbar mit den gelbschlundig blühenden Arten A. ornatum und A. myriostigma. Offensichtlich liegt zwischen diesen Gruppen eine evolutiv bedingte Barriere (Möller'sche Linien). Verschiedene Experten haben sich damit näher befasst (MÖLLER (2), MEGATA (3)) und ihre Ergebnisse leider oft unter falscher Schlussfolgerung- veröffentlicht (HAAGE, SADOVSKY, SCHÜTZ (4)).

Fußnoten:

1)
GRÄSER, R. 1963 Kakt. and. Sukk. Band: 14 Heft (2), Seite 36, Beobachtungen an Astrophytum myriostigma
GRÄSER, R., 1964 . Kakt. and. Sukk., Band: 15 Heft (8), Seite 147-151, Vom vierrippigen Astrophytum myriostigma
GRÄSER, R., 1967 . Kakt. and. Sukk., Band: 18 Heft (5), Seite 82-86, Wünsche eines Myriostigmenfreundes
GRÄSER, R., 1968 . Kakt. and. Sukk., Band: 19 Heft (7), Seite 134-135, Wächst wie Rasen ... Dichotome Spaltung - nicht nur bei Mammillarien
GRÄSER, R., 1971 . Kakt. and. Sukk., Band: 22 Heft (10), Seite 188-190, Merkwürdigkeiten einer Astrophytum-myriostigma-Population
GRÄSER, R., 1973 . Kakt. and. Sukk., Band: 24 Heft (2), Seite 35-36, Der zweiköpfige Myriostigma-Sämling
GRÄSER, R., 1974 . Kakt. and. Sukk., Band: 35 Heft (4), Seite 93, Der Myriostigmen-Freund erzählt
(2)
MÖLLER, H., 1927 Zeitschrift f. Sukkulentenkunde Band: 3 Heft (3) Seite 52-55, Beobachtungen an Astrophyten
(3)
MEGATA, M., 1944, Seite 1-62 Kyoto Imperial University, An Account of the Genus Astrophytum LEMAIRE in: Memoirs of the College of Agriculture, No. 56
(4)
HAAGE, W.; SADOVSKY, O. 1957, Seite 1-156 Neumann-Verlag, Radebeul, Kakteen-Sterne, die Astrophyten
SADOVSKY, O.; SCHÜTZ, B., 1979, Seite 1-247 Flora-Verlag, Titisee-Neustadt, Die Gattung Astrophytum
(5)
FRIC, A. V., 1925, Zivot v Prirode, Band: 29, Heft 11, Seite 37-40, Odrudy astrophyt

Literatur vom Autor:
Ein Zufall mit weitreichenden Folgen...
Am Standort von Astrophytum asterias in Texas..
Eine Überraschung am Standort von Astrophytum asterias...

Erstbeschreibung
Astrophytum asterias
Astrophytum asterias cv. Super Kabuto & Miracle Kabuto
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