HOOCK, H.; KLESZEWSKI, K. P. 2005 . Kakt. and. Sukk. Band: 56 Heft (1) Seite I-II; Astrophytum ornatum (De Candolle) Britton & Rose Karteikarte


Astrophytum ornatum (DE CANDOLLE) WEBER ex BRITTON&ROSE
[„ornatus“ lat. = geschmückt, wegen der Wollflocken auf der Epidermis]

Erstbeschreibung als Echinocactus:
Echinocactus ornatus DE CANDOLLE, A. P.in: Memoires du Museum d'Hist. Naturelle (Revue de la Famille des Cactees) 17: 114. 1828

Umkombination zu Astrophytum:
Astrophytum ornatum WEBER A.: Cactées, D. Bois, Dictionnaire d'Horticulture Paris: 467. 1896 (ungültig veröffentlicht und durch BRITTON, N. L.; ROSE, J. N.; 1937 validiert)

Synonyme:
Echinocactus tortus SCHEIDWEILER, M. J.: Bulletins de l'Academie Royale des Sciences et belles-lettres de Brux. 5: 493. 1838
Echinocactus holopterus MIQUEL, F. W. A. in SCHLECHTENDAL, D. F. L.: MQ. Linnaea 12: 2-3. 1838
Echinocactus mirbelii LEMAIRE, CH.: Cactearum aliquot novarum ac insuetarum in Horto Monvillano cultarum, accurata descriptio F.G. Levrault, Paris: 22-23. 1838
Echinocactus Ghisbrechtii SALM-DYCK, J.: Beitrag zur Cacteen-Kunde Allgemeine Gartenzeitung 18 (50): 394-395. 1850


Beschreibung:
Körper: einzeln, im Alter säulenförmig bis 1,8 m hoch und bis 27 cm Durchmesser. Epidermis: frischgrün, an der Basis braun verkorkt; Pflanzen in der Jugend dicht mit weißen Wollflöckchen besetzt, im Alter nur noch vereinzelt beflockt. Rippen: 8, im Alter bis 11, scharfkantig, normal geradlinig, selten spiralförmig, etwa 5 cm tief. Areolen: bei Jungpflanzen etwa 5 cm voneinander entfernt, im Alter zusammenfließend; mit gelb oder bräunlichem Wollfilz besetzt der später vergraut, etwa 15 mm lang, 10 mm breit. Dornen: 1-2 Mitteldornen senkrecht abstehend, einer davon manchmal leicht nach unten gebogen, 7-10 gerade, leicht radial ausgerichtete Randdornen, braun bis gelb, steif, stechend; Mitteldornen bis 9 cm lang, Randdornen bis 6 cm lang. Blüten: bis 6 cm lang, bis zu 11 cm Durchmesser, gelb, Staubfäden etwa 6-10 mm lang, gelb, Griffel gelb, bis 25 mm lang mit 7 bis zu 12 etwa 13 mm langen Narben; Nektarkammer etwa 4 mm hoch; Ovarium etwa 6 mm Durchmesser; Receptaculum wenig fleischig, außen mit zahlreichen stechenden braunen Schuppen besetzt. Früchte: Reifezeit etwa 3 Wochen, trocken, grün sternförmig oben öffnend. Samen: schwarz bis braun, mützenförmig, etwa 2 mm groß, 80-150 Samen pro Frucht, bei Reife mit weißem Elaiosom das der Verbreitung durch Ameisen dient.

Vorkommen:
Mexiko, in den Bundesstaaten, Hidalgo, Queretaro, Guanajuato bis nach San Luis Potosi hinein. An steilen teilweise unzugänglichen Hanglagen des Rio Moctezuma mit seinen Nebenflüssen wachsend.

Kultur:
Kalkhaltiges, mineralisches Substrat mit Lehm Beimischungen. Auf Wasserdurchlässigkeit sollte geachtet werden. Während der Wachstumsphase regelmäßige Wassergaben, dabei darauf achten, dass eine zwischenzeitliche Austrocknung des Substrat erfolgt. Bei großer Hitze Wassergaben vermeiden. Die Art ist wärmeliebend, daher im Winter auf eine Überwinterungstemperatur von nicht unter 10° Celsius achten. Rotbraune Kälteflecken währen die Folge. Die Trockenpause von Oktober bis Februar ist einzuhalten, um im Sommer die großen Blüten bewundern zu können. Die Anzucht aus Samen ist leicht möglich. Ein Pfropfen ist nicht zu empfehlen.

Bemerkungen:
Als Ch. Lemaire 1839 die Gattung Astrophytum mit der Typ-Pflanze Astrophytum myriostigma aufstellte, war zunächst das Gattungsmerkmal der sternförmige Körper für die Namensgebung Ausschlag gebend. Nachdem auch die anderen Arten Mitte des Jahrhunderts entdeckt waren wurde deutlich, dass eigentlich die Wollflocken alle Pflanzen gemeinsam charakterisierten. So ist es erklärlich, dass erst im Jahr 1896 Weber den Echinocactus ornatus zur Gattung Astrophytum stellte.

Astrophytum ornatum
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