HOOCK, H. 1987 . Kakt. and. Sukk. Band: 38 Heft (3) Seite 75 Eine echte Cristata-Blüte!
HOOCK, H. 1999 . CaVeKa (Belgien) Band: 12 Heft (11) Seite 164 Tijdschrift voor Liefhebbers van Vetplanten Kamerplant Een echte astrophytum cristaatbloem
Eine echte Cristata-Blüte!
Unter diesem Titel erschien vor über 50 Jahren eine kurze Notiz in der damaligen "Kakteenkunde". Der Autor, Schriftleiter Dr. W. v. ROEDER, beschreibt die seltene Cristata-Blüte eines nudalen Astrophytum myriostigma Lemaire in der Sammlung GRÄSER, Nürnberg. Unter anderem führt er aus:
Obwohl ich versichern kann, schon allerlei Kakteen kennengelernt und blühen gesehen zu haben, muß ich gestehen, daß dies die erste Cristata-Blüte ist, die mir zu Gesicht kommt. Die Bischofsmütze, auf der diese Blüte entstand, ist jedoch - das Merkwürdigste an der ganzen Sache! - eine völlig normal ausgebildete Pflanze, die nunmehr schon zwei solcher kostbaren Blüten...(ROEDER 1934).
Cristata-Blüten an Astrophyten sind in der Tat äußerst selten. Sogar SADOVSKY & SCHÜTZ mußten für ihr Astrophytum-Buch auf die alte, retuschierte GRÄSER-Fotografie zurückgreifen (Sadovsky & Schütz 1979). In meiner Sammlung hat sich dieses Phänomen im Mai 1986 ebenfalls ereignet. Eine etwa l5jährige Pflanze, auch ein nudales Astrophytum myriostigma, das sich bisher in keiner Weise von den anderen unterschied, brachte überraschend eine Cristata-Blüte ohne erkennbare äußere Einwirkung. Die geöffnete Blüte besaß einen Umfang von 35 Zentimetern, der bandförmige Stempel an die 140 allerdings nicht voll entwickelte Narbenäste. Dem entsprach auch die mindestens um die sechs bis zehnfach gesteigerte Anzahl von Staubfäden und Samenanlagen. Bei Kakteen ist es meist der Hauptsproß selbst, der bei Cristatbildung im Scheitel vom punkt- zum linienförmigen Wachstum übergeht, jedoch normale Blüten bringt. Dann sind es wie im geschilderten Fall normalwüchsige Pflanzen mit bisweilen verbänderten Blüten. In sehr seltenen Fällen blühen Fasciationen auch mit Cristata-Blüten. Ein Beispiel dafür ist in der Gattung Astrophytum erst kürzlich bekannt geworden. Noch heute gilt diese Aussage v. ROEDER`s, daß viel über die Kammformen der Kakteen geschrieben wurde die Ursache dafür aber letztlich ungeklärt ist.
Literatur:
FITTKAU, H.W. (1976): Astrophytum myriostigma Lemaire var. strongylogonum Backeberg fa. cristata, Kakt. and. Sukk. 27 (2): 35
FITTKAU, H.W. (1979): Astrophytum ornatum (De Candolle) Weber, Kakt. and. Sukk. 30(4):97-98
GRÄSER, R. (1961): Kuriosa bei Astrophytenblüten, Kakt. and. Sukk. 12 (3): 36-37
HOOCK, H. (1986): Verbänderte Capricornen, Kakt. and. Sukk. 37(12): 260
KLAUS, W. (1978): Dreirippige Myriostigmen, Kakt. and. Sukk, 29(4): 90-94
ROEDER, W. (1934): Eine echte Cristata-Blüte! Kakteenkunde (8): 145
SADOVSkY, O. (1979): Kakteen mit zerstörter Symmetrie, Kakt. and. Sukk.30(5): 120-121
SADOVSKY, O.; SCHÜTZ, B (1979): Die Gattung Astrophytum, Flora-Verlag, Titisee-Neustadt
STRIGL, F. (1986): Einige interessante Abnormitäten bei Astrophyten, Kakt. and. Sukk. 37(6): 109-111
Bilder:
Astrophytum myriostigma f. nudum, Critata Blüte
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